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Sonntag, 14. Februar 2016

Dienstag, 3. November 2015

Von Wissen und Glück


Ist es dir wichtig zu wissen, warum konkret du glücklich bist, 
oder reicht es dir, einfach glücklich zu sein?

Mehr Fragen findet ihr in meiner App auf GooglePlay

Mittwoch, 19. August 2015

Heartbeat


Was lässt dein Herz höher schlagen?

... Sommerhimmel mit Schäfchenwolken
... Mangosorbet auf der Terrasse
... der erste Sprung ins Schwimmbecken
... von der Sonne geweckt werden
... Sternschnuppen sehen 
... Menschlichkeit
... Gastfreundschaft
... mit Vorfreude auf den nächsten Tag einschlafen
... von Unbekannten angelächelt werden
... to be continued (ich widme mich jetzt meinem Mangosorbet ;))

Was (oder wer? :))lässt eure Herzen höher schlagen? Lasst es uns wissen!

Sonntag, 2. August 2015

Kleine Unterschiede



Super. Wieder mal so ne Frage, die andere Fragen voraussetzt. Vor allem: Wie sind die meisten Menschen meines Alters denn so?

Lässt sich nicht so einfach beantworten, und wenn man es doch versucht, kann man sich auf heftigen Widerstand einstellen. So wie neulich Tabea Mußgnug in der FAZ feststellen musste, nachdem sie ihr Leben als Endzwanzigerin als eine große Wartehalle bezeichnete - und sei es nur das Warten auf das Ende des mittelmäßigen Krimis. Weil das Leben manchmal einfach verdammt anstrengend und ungewiss ist. Wen heiraten? Keine Ahnung. Schweiß perlt auf ihrer Stirn, der Mund wird trocken vor Torschlusspanik. Ende 20. Und sie weiß nicht, wen sie heiraten wird (oder, um die Passivität der Aussage zu unterstreichen: Wer denn da kommen wird, um sie zu heiraten.) Eine Feststellung so bitter wie der Frühstückskaffee, den die Dame vor lauter schlechten Krimis morgens um 11 auf der WG-Küchenarbeitsplatte wohl hat kalt werden lassen.

 Die Autorin wurde dann auch gleich mal von Filipp Piatov in der 'Welt' mit der Krieg-halt-den-Arsch-hoch-Keule abgewatscht, und zwar volle Breitseite, gespickt mit knappen Infos über seinen Aufsteiger-Alltag im Start-Up (ob hip oder nicht wage ich mal nicht zu beurteilen - das Wort hat durch akute Überbeanspruchung - vor allem in Kombination mit dem Wort 'Start-Up' - ohnehin jede eigenständige Bedeutung abgegeben, aber das nur am Rande). Wer nicht weiß, was er will, hat nur zu viel Zeit zum Nachdenken - und wer zu viel Zeit zum Denken hat, hätte besser mal früher wissen sollen, was er eigentlich will, so der Tenor, auch wenn Herr Piatov mit dem Wort 'eigentlich' ja so seine Probleme hat - genauso wie Frau Mußgnug.

Die Pole der Generation scheinen also, wenn man die beiden Autoren für repräsentativ halten möchte, abgesteckt zwischen unfreiwilliger Resignation auf der einen Seite und arrogantem Macher-Getöne (ja, das mit dem arrogant hat Filipp schon richtig pseudo-selbstkritisch aufgearbeitet) auf der anderen Seite. Die einen suchen händeringend nach Sicherheit, nach einer Boje im Meer der Möglichkeiten, an die sich sich festklammern können, wenn denn schon kein rettendes Ufer der Entscheidung in Sicht ist, während bei den anderen ein nicht ganz unverhohlener Neid auf diejenigen durchschimmert, die keine 14-Stunden-Schichten schieben müssen, um die Karriere voranzutreiben (Zitat: F.P.: "Die Abende mit Serien zu verbringen und sich darum zu sorgen, bald mal selbst Geld verdienen zu müssen, ist unfassbarer Luxus.") Dabei kommen die beiden ganz einfach auf einen gemeinsamen Nenner.

Was die beiden bei genauem Lesen vereint, ist die Tatsache, dass beide unzufrieden sind, dass beide genau das wollen, was der andere jeweils hat, wobei ihnen gleichzeitig entweder die Antriebskraft oder die Gelassenheit fehlt, um sich vom jeweils anderen eine Scheibe abzuschneiden. Entweder Zeit für Müßiggang und die schönen Dinge des Lebens (ja, auch mittelmäßige Krimis können darunter fallen) oder eine Perspektive, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, sein Leben im Griff zu haben.

Ich mag mich täuschen, aber ich habe das Gefühl, genau darin liegt die Krux: Dass vielen der Mitt- und Endzwanziger diese beiden Extreme als unvereinbar erscheinen, als gäbe es kein gesundes Mittel mehr, das einem eine erfüllende berufliche Perspektive mit dem nötigen Touch Work-Life-Balance offeriert, der einem die Chance eröffnet, nicht den Festplattenrecorder  mit 17 noch nicht angesehenen Folgen der Lieblingsserie zu überstrapazieren, sondern sie innerhalb der einen Woche zu schauen, die sie noch in der Online-Mediathek stehen (was an sich ja schon ein Kompromiss ist - wer kommt schon noch dazu, die Episoden zur mittlerweile zum Abstraktum verkommenen 'Sendezeit' zu schauen?).

Vielleicht liegt das Problem also weniger in "unserer" Generation an sich als in dem Anspruch, der an uns herangetragen wird - an dieser stelle fügen Sie, liebe Leser, bitte gedanklich ein Arbeitsmarktbashing ihrer Wahl ein, ich bin gerade nicht in Stimmung für eine Moritat auf Bologna und unbezahlte Praktika in allen Details. Aber die oben beschriebenen Haltungen scheinen mir doch eine direkte Konsequenz aus dem internalisierten Leistungsdruck, den man jungen Menschen heute aufbürdet, dieses Friss oder Stirb, das uns aus allen Kanälen entgegenschallt, bis man es irgendwann selbst glaubt. Ich kann weder Herrn Piatov noch für Frau Mußgnug für ihre Haltung verurteilen - der Glaube, dass nur noch Leistung auch unter völliger Selbstaufopferung zählt wie auch die unbewusste Verweigerung, sich diesem Druck zu beugen, indem man in bester Zukunftsprokrastinationsmanier eben gegen den Berufseinstieg verwehrt, scheinen mir beide logische Konsequenzen.

Das Traurige ist, dass sie beide nur von unterschiedlichen Ängsten getrieben werden: Entweder der Angst, sich zu entscheiden und diese Entscheidung später zu bereuen oder der Angst, dass es morgen schon für all meine Träume zu spät sein könnte, weswegen ich sie nicht nur heute, sondern jetzt, jetzt sofort leben muss. Dass beides in der oben angesprochenen Unzufriedenheit mündet, ist eine logische Konsequenz.

Angst und Unzufriedenheit als Motoren einer Generation. Klingt verdammt zukunftspessimistisch, wenn man sich überlegt, was aus diesen Menschen in dreißig Jahren geworden sein könnte. Aber genau da endet auch mein Pessimismus: Im Konjunktiv des könnte. Weil ich glaube, dass die meisten ihre Unzufriedenheit und ihre Ängste überwinden können und den Sprung schaffen - ins Berufsleben hinein oder aus dem reinen Berufsleben hinaus in etwas mehr Ausgeglichenheit.

Epilog

Bringt mich zurück zur eigentlichen Frage. Ich glaube, ich habe das Glück, mein 'Dazwischen' gefunden zu haben. Nicht, dass mein Job immer stressfrei ist, ganz im Gegenteil. Aber ich weiß, wann es genug ist und ich einen Gang zurückschalten muss. Ich bin angekommen jenseits des Entweder-Oders. Und ich glaube, das unterscheidet mich von vielen.


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Seid ihr anderer Meinung? Lasst es mich in den Kommentaren wissen - ich freue mich auf Diskussionen.

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Samstag, 9. Mai 2015

Erkenntnisse


Ich bin kein Faust. Ich hoffe nicht auf Erkenntnisse. Dann doch lieber Sokrates: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Wäre eine Erkenntnis, die manch anderem auch mal gut täte.

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Zum Foto: Entstanden 2012 in Edinburgh, von der Old Town in die New Town über den Bahnhof hinweg fotografiert. Rechts erahnt man die North Bridge, das große Gebäude links ist das Balmoral, eines der wohl schönsten Hotels in Schottland (sieht man auf dem Bild nur nicht so gut ;)).

Samstag, 21. März 2015

Und... Pause.


Jetzt gerade. Wenig poetisch, aber vor mir liegt mehr Lernstoff als ich mir bis Montag in den Schädel hämmern kann. Ihr habt bestimmt schönere Erinnerungen, oder? Teilt sie doch mit uns :) Ich bin gespannt!

Sonntag, 8. März 2015

Lange Nächte


Eine von diesen Fragen, bei denen ich froh bin, dass ich sie nur mit "Ich hab' keine Ahnung" beantworten kann. Ich will mich gar nicht entscheiden müssen zwischen all den Abstürzen und Aufstiegen, den durchträumten und durchfeierten, durchzechten und durchgedrehten Nächten meines Lebens, denen in New York, in Liverpool, in Rom, in Edinburgh, in Berlin, in York, in Saarbrücken, in Hamburg, München, Las Vegas, Sardinien, Stockholm oder Dublin, mit Partnerinnen oder Bekannten, mit Freunden fürs Leben oder Freunden für ein paar Nächte. Und ich hoffe, ich werde nie soweit kommen, dass ich hier eine spontane, eindeutige Antwort geben kann - denn warum sollte eine einzige "beste" besser sein als dutzende "so gut wie die beste" sein? :)

Oder seht ihr das anders? Lasst mir gerne eure Kommentare da, ich freu mich auf eure Meinungen!

Habt noch einen schönen Sonntag!

Montag, 23. Februar 2015

Für weniger einsam


An welchen Orten bist du lieber in Gesellschaft als alleine?

In erster Linie an Orten, die ich in der Vergangenheit in netter Gesellschaft besucht habe - also alle Stammkneipen der letzten 14 Jahre, die Saarwiesen, die Sparte in meiner Heimatstadt. Das Foto entstand übrigens im Sommer 2012 in einem Pub in Edinburgh mit meinen beiden Lieblingskommilitoninnen (links nicht im Bild ;)), weshalb ich dorthin auch nur ungerne alleine zurückkehren würde...

Freitag, 31. Oktober 2014

Besser als sprachlos

snug 

- englisch für 'gemütlich', 'kuschelig', 'behaglich'

Vier Buchstaben, deren Klang genau das zum Ausdruck bringt, was man sich darunter vorstellt. Snug klingt nach Auf-die-warme-Matratze-legen, klingt nach Knie-bis-ans-Kinn-ziehen, klingt nach Decke drüber und nach Du-musst-erst-wieder-aufstehen-wenn-DU-es-willst-und-nicht-wenn-der-Wecker-meint-über-deine-Nickerchen-bestimmen-zu-dürfen. Snug (gesprochen ßnaag) hört sich an wie das Geräusch, das man von sich gibt, wenn man im Halbschlaf vom Partner den Nacken gekrault kriegt, wie der glucksende Laut, den Babys von sich geben, wenn sie auf dem Rücken liegend sanft in die Rippen gepiekst werden. Snug ist alles, was ich mir bei Mistwetter und Stress im Job wünsche - Couch, Kerze, Serien gucken, Glühwein.

Klingt eigentlich nach nem Plan für heute Abend. Klingt auch so ein bisschen nach Feierabend. Habt ein schönes Wochenende :)

Montag, 13. Oktober 2014

Nachtrag: Dankeschön.

Da hab ich mich gestern übers Bedanken ausgelassen und wollte eigentlich noch ne Anekdote loswerden - von einem der Male, bei denen ich mich bedankt habe und die tatsächlich in meinem Gedächtnis blieben.

Ich war letztes Jahr mit einigen lieben Menschen in LA und wir hatten beim zweiten Versuch das Glück, einen Parkplatz am Griffith Observatory zu ergattern (am Abend vorher hat ein paar hundert Meter weiter Carly Rae Jepsen oder wie das Kind heißt gespielt - keine Parkplätze im Umkreis von 3 Kilometern), von wo man einen wunderbaren Ausblick über die Hollywood Hills und Los Angeles hat. Das sieht dann in etwa so aus:




Aber was die wunderbare Aussicht erst abgerundet hat, war der Typ - ich schätze ihn auf 18, 19 Jahre, der stundenlang auf einer Treppe saß und unermüdlich Gitarre gespielt hat - keine Melodien die ich kannte, vermutlich selbst erdacht oder improvisiert, ohne einen Pappbecher aufzustellen und Geld zu sammeln, ohne selbst aufgenommene CDs anzupreisen, nein, einfach so. Die Musik war fantastisch, keine schiefen Töne, eine herrliche Akzentuierung der Abendstimmung. Als wir nach etwa drei Stunden unsere Stative einpackten und es endgültig dunkel geworden war, kamen wir noch einmal an ihm vorbei und ich sagte nur "Hey, thanks for playing, that was really great!" Und er lächelte und meinte "Thanks man, that means a lot to me." Ich bekam ein Danke für ein Dankeschön - und ich glaube, er hat es ebenso ernst gemeint wie ich.






Sonntag, 12. Oktober 2014

Danke. Nicht nur pro forma.


Um der Formulierung der Frage treu zu bleiben: Für die kleinen Dinge, die andere für mich und die Gesellschaft tun, und dafür viel zu selten ein Lächeln oder Anerkennung erhalten. Womit die Frage zwangsläufig auf eine andere hinausläuft:

BEI WEM solltest du dich häufiger bedanken?

Ich halte mich eigentlich für einen höflichen Menschen. Wenn ich meinen USB-Stick im Computerraum vergesse und ihn mir ein Kollege an den Platz bringt, bedanke ich mich. Wenn meine Schüler mir die Tafel wischen, bedanke ich mich (sie könnten sich schließlich auch weigern). Wenn mir jemand Platz macht, weil ich mit 18 Litern sprudel in den Händen auf dem Weg zur Kasse durch einen viel zu schmalen Warengang muss, bedanke ich mich auch. Alles gut eigentlich, oder?

ODER?

Oder ist dieses "Dankeschön" eben nur ein Reflex meiner guten Erziehung? Ein konditioniertes Reiz-Reaktions-Schema? Quid pro quo, eine Hand wäscht die andere? Du tust was für mich, ich zolle dir meine Anerkennung durch ein bis zwei Silben und konditioniere dabei gleichzeitig dich - denn würde ich nicht Danke sagen, würdest du dich ärgern, mich für unhöflich halten und dir vornehmen, das nächste Mal bei einem abgehetzten Typen im schwarzen Kapu einfach genau dort stehenzubleiben, wo du bist, denn die wissen ja auch alle nicht mehr, was Anstand ist. Danke wird also zum Ausdruck der Höflichkeit, die den Kitt in den immer weiter auseinanderklaffenden Fugen des menschlichen Miteinanders darstellt.

Noch bedenklicher wird die situation allerdings, wenn ich die Frage einen Punkt weiterführe:
Was ist mit den Menschen, die etwas für mich tun, bei denen ich mich nicht bedanke? Weil ihre Tätigkeit eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint? Weil ich glaube, dass das Geld, das sie dafür erhalten (mag es auch noch so gering sein) hier die Höflichkeit des Individuums ersetzt?

In meinem Kopf rattert gerade eine lange Liste durch. Als allererstes fielen mir die Menschen ein, die dafür sorgen, dass öffentliche Toiletten in einem vernünftigen Zustand bleiben, an denen aber die meisten viel zu oft vorbeilaufen - vielleicht noch verärgert, dass sie für diese Dienstleistung fünfzig Cent bezahlen sollen (btw: Mal drüber nachgedacht, dass ihr euren Putzfrauen daheim für den gleich Job wesentlich mehr zahlt?)
Dann die Reinigungskräfte in meiner Schule, die tagtäglich und außerhalb unserer Wahrnehmung vermalte Tische, klebrige Fußböden, Papierschnipsel und Essensreste beseitigen - wobei sich die meisten Schüler noch nicht einmal die Frage zu stellen scheinen, wo ihr ganzer aus Langeweile (oder noch schlimmer: Boshaftigkeit) produzierter Schnipselabfall hin verschwindet.
Die Damen (Herren natürlich auch, aber in meinem Supermarkt sitzen nur Frauen an der Kasse), die bis um 9 ausharren, weil ich früher nicht dazu gekommen bin, mich mit Milch einzudecken und die selbst um diese Uhrzeit noch gut gelaunt sind und mir einen schönen Abend wünschen (sogar dann, wenn sie selbst vermutlich keinen mehr haben werden, weil sie noch bis Viertel nach zehn Regale ausräumen müssen.


Und ja, ich geb's zu: Ich bekäm den ganzen Tag das Grinsen nicht aus dem Gesicht, wenn nach dem Unterricht mal ein Schüler zu mir käme und sagen würde: "Herr R., ich kann mir vorstellen, dass der Rechtschreibfürderplan, den Sie da für mich gemacht haben, ne Menge Arbeit war. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie die Zeit in mich investieren. Danke dafür."

Ist es so abwegig, dass es andere Menschen ähnlich gehen könnte? Und kostet ein Danke so viel Zeit und Kraft. Wohl nicht. Aber Überwindung. Weil es doch irgendwie komisch ist, sich als einziger bei jemandem zu bedanken, der einem bei Einbruch der Dämmerung noch das Amazonpäckchen in die Hand drückt.

Ich werde es beim nächsten Mal trotzdem tun. Und hoffen, dass ich der Person ein wenig den Tag versüße.

Montag, 29. September 2014

Charakter zeigen


Denken. Langes Schweigen. Ich hab keine Ahnung.
Erstmal die Freundin fragen. "Freundin, welchen Charakterzug zeige ich zu selten?"
Langes Schweigen.
"Hm. Weiß nich. Jetzt denk ich die ganze Zeit über diese Frage nach." (anstatt sich auf den Plot von Hawaii 5-O zu konzentrieren).
Noch längeres Schweigen.
Ich: "Kommt da noch was?"
"Von mir? Hab doch gesagt, ich überlege, aber mir fällt auch da nix ein."
Schweigen.
Ich: "Ist das da Melanie Griffith?" (Mein mieses Gedächtnis für Gesichter ist legendär. Hab nur auf gut Glück gefragt, weil ihr Name im Vorspann kam.)
"Ja." 
"Und wer ist das?" (Okay, ich gebs zu, mein mieses Gedächtnis an sich ist legendär.)
"Die Ex von Antonio Banderas."
"Und sonst? Schauspielerin?"
"Jo. Vielleicht hat sie sogar nen Oscar gewonnen."
 "Vielleicht hab ich auch einen gewonnen?"
 "Vielleicht bist du zu selten risikofreudig."
Was für eine unerwartete Wendung.

Fiel mir jetzt bei mir gar nicht ein. Vielleicht einfach deshalb, weil ich Risikofreude gar nicht als einen meiner Charakterzüge bezeichnet hätte. Kein Wunder, dass er da zu selten zum Vorschein kommt. Aber wenn das alles ist... muss ich sagen, bestätigt das mein ursprüngliches Schweigen. Ich bin wohl nach außen hin so wie innendrin. Was mich freut :) Risikofreude hin oder her.

Sonntag, 14. September 2014

Gedankenspiele


Unser Hirn (oder verallgemeinere ich da zu sehr?) ist ein mysteriöses Etwas. Meins zum Beispiel schafft es regelmäßig, wenn ich auf der Arbeit bin, daran zu denken, dass ich noch unbedingt was im Internet recherchieren wollte - nur ist der Gedanke wie weggeblasen, sobald ich am PC sitze. Das Spiel wiederholt sich über ein paar Tage hinweg, bis ich irgendwann entnervt die Suchanfrage auf einem Stück Papier notiere, in der Hoffnung, dass es mir irgendwann in der Nähe eines PCs wieder in die Finger fällt.

Weniger pragmatisch, aber vom gleichen Prinzip her, sollte das Hirn eigentlich aus Erfahrungswerten zehren können: Bisher wurde jeder Lehrprobenentwurf (beim nochmaligen Lesen musste hier die Kehrprobe eliminiert werden. Proves my point - funny brain.) rechtzeitig fertig, auch wenn es 48 Stunden vor Abgabefrist noch nie danach aussah. Bisher hatten auch fast alle Unternehmungen, an denen ich im Voraus gezweifelt habe, ein glückliches Ende genommen. Und trotzdem: Dieses miese kleine Gefühl der Angst vor jedem neuen Versuch bleibt das gleiche, unabhängig davon, dass es in der Vergangenheit fast jedes Mal unbegründet war, der Pessimismus, dass ausgerechnet dieses eine Mal doch alles anders kommen und mindestens mich wenn nicht sogar das halbe Abendland ins Dunkel stürzen wird, triumphiert mit höhnischem Grinsen.

Was tut das Hirn da nur? Ist es trotz allem Wissenszuwachs in mancher Hinsicht einfach nicht lernfähig? Kommt es gegen meine Instinkte einfach nicht an (und was würde das über Impulskontrolle und ähnliches aussagen)? Ist es einfach nur verdammt vergesslich - und die mangelnde Zuversicht in manchen Situationen vergleichbar mit dem Umstand, dass ich immer aufwendig Einkaufslisten schreibe um sie danach auf dem Küchentisch liegen zu lassen? Handelt es sich vielleicht sogar um einen umgekehrten Dunning-Kruger-Effekt und wäre damit pathologisch? Alles ziemlich frustrierende Vorstellungen: Das Wissen der Welt verdoppelt sich alle vier Jahre, in der gleichen Zeit lerne ich (immerhin) ein paar neue Stilmittel und Namen auswendig, nur der banale Glaube daran, dass auch in Zukunft, trotz manchen Rückschlags, alles gut werden wird, kann sich einfach nicht festigen. Also ich, der Homo Sapiens Sapiens Pessimisticus?

Seien wir ehrlich: Das klingt doch scheiße. Deswegen würde ich gerne häufiger dran denken, dass am Ende alles gut wird (Phrasendrescher: und wenn nicht war es noch nicht das Ende). Warum ich es nicht tue? Vielleicht weiß ich es beim nächsten Mal. Die Optionen oben stehen noch offen.


Donnerstag, 11. September 2014

High Fidelity: Gewissensbisse


Diese Frage bringt mich von allen, die sich in der App finden, wohl am ehesten zurück auf die Originalitätsproblematik. Die Frage fiel mir relativ früh in meinem Sammelprozess ein (Nummer 600irgendwas). Erst einige Zeit später bin ich im Internet auf die gleiche Frage gestoßen - und für mich stellt sich seitdem immer wieder die Frage, was ich denn mit den Fragen machen soll, von denen ich feststelle, dass sie schon irgendwo anders gedruckt wurden? Handelt es sich dabei um Plagiate? Eigentlich nicht, denn die Fragen fielen mir ein - dafür, dass sie schon jemand anderem eingefallen sind, kann ich nichts. Das Problem ist nur: Außer mir weiß das keiner. Auch wenn es sich im technischen Sinne nicht um ein Plagiat handelt, werden diese Fragen für den Leser, der sie schon kannte, den Anschein erwecken, als hätte ich sie dreist übernommen. Was also machen mit diesen Dopplungen? Meine Entscheidung seht ihr oben - sie bleiben drin.Immerhin kam dabei eine Frage raus:

Der Konflikt entsteht wohl vor allem dadurch, dass Fragen im Gegensatz zu Romanen, Dramen oder wissenschaftlichen Publikationen so verdammt kurz sind. Es bedarf meistens nur einer Idee, aber keiner weiteren Überlegung (höchstens ein bisschen Feintuning in der Formulierung). Die Frage ist vergleichbar mit dem Satz in einem Roman (jawoll, technisch ist die Frage sowieso ein Satz, du hast Recht). Der Zauberberg verliert nichts an seiner Originalität, nur weil bereits vor Thomas Mann jemand den Satz "Er fror." in einem literarischen Werk verwedet hat. Wenn Satz = Frage dann Zauberberg = Notizbücher (auch wenn ich, versteht mich nicht falsch, mich nie anmaßen würde, mich mit Thomas Mann zu vergleichen - ganz unglücklicher Zufall das hier). Also mache ich mir keine Gedanken über die einzelne Frage, wenn ich sie woanders im Nachhinein finde, da es um die Sammlung an sich geht - nicht um die einzelne Frage.

Das einzige was mich wirklich ärgert ist, wenn ich woanders gute Fragen lese (derzeit in "Wer bin ich?" von Rolf Dobelli, da finden sich einige gute Gedanken). Jede ist jede gelesene Frage für mich persönlich eine verlorene Frage, denn bewusst plagiieren bringe ich einfach nicht übers Herz...


Achso: Übrigens liefe gerade Flogging Molly - Drunken Lullabies. Vor allem wegen des Lullabies. Nur ein bisschen wegen dem drunken.